#3 Die Mutigen

Wir machen uns bei unseren Kleingarten-Nachbarn wohl einen Namen. Anscheinend hat es relativ schnell die Runde gemacht, dass es einen neue Pächter für den, sagen wir mal etwas arbeitsintensiven, Garten gibt. Von allen Seiten bekommen wir motivierende, nette Worte und Hilfe angeboten. So wie heute Morgen. „Sie sind also die Mutigen“, sprach uns eine neue Nachbarin an und hieß uns herzlich willkommen. Also entweder sind wir wirklich sehr naiv und es kommt noch wirklich sehr viel (auch unerwartete) Arbeit auf uns zu oder die Leute hätten niemals damit gerechnet, dass junge (so jung ja auch nicht mehr) Leute an so etwas Spaß haben können. Eigentlich sehr traurig, da so ein Gartenverein ja wirklich eine tolle Sache ist und etwas ganz individuelles und eigenes geschaffen werden kann. Wir sind auf jeden Fall sehr glücklich mit dieser Entscheidung und freuen uns über die netten und hilfsbereiten Nachbarn. Auf die wir im Moment auch noch angewiesen sind, da wir beispielsweise noch kein Wasser haben.

Dann kommen wir auch schon zu einer verrückten Aktion, für die wir das Wasser heute gebraucht haben. Und zwar haben wir gestern eine tolle Magnolie gefunden, die auch tatsächlich jetzt in unserem Garten steht. Wir sind heute morgen in ein benachbartes Dorf gefahren und haben sie bei einer Familie abgeholt, die den Baum zwecks einer Gartenumgestaltung nicht mehr haben wollte. Nachdem wir den Baum voller Anstrengung ausgebuddelt haben kam die nächste Hürde, das Auto. Es war bis zuletzt nicht ganz klar, ob der Baum in unser Auto passt. Doch tatsächlich haben wir es geschafft. Ich darf nicht schreiben wie wir es gemacht haben, da es sicherlich nicht legal war. Ich sag nur eins: wir waren sehr erleichter, als die schöne Magnolie endlich im Garten stand! Wir haben sie ordentlich gewässert und drücken die Daumen, dass sie den Umzug überlebt. Für so wenig Geld, das wir jetzt bezahlt haben, hätten wir sicherlich nicht einen so großen Baum in einer Baumschule oder Gärtnerei gefunden. Und dann nehme ich ein bisschen Nervenkitzel auch in Kauf.

Die letzten Tage waren wir immer mal wieder im Garten und haben den Kompost-Berg weiter ausgebaut, noch mehr Brombeerwurzeln ausgegraben und viel Boden umgegraben und begradigt. Der Vorpächter des Garten hatte die grandiose Idee vor unserem Häuschen ein Spargelfeld anzulegen. Laut unseren Nachbarn konnte er aber nie welchen ernten, also vielleicht haben wir ja dieses Jahr dann das Vergnügen. Wer weiß wie so ein Feld aussieht, der kann sich denken was jetzt auf uns zukommt. Unsere Idee ist es eine Bodenfräse auszuleihen und das Feld komplett umzupflügen. Das wird hoffentlich eine unkomplizierte und einfache Aktion. Danach können wir uns dann auch um die Hochbeete und den Weg kümmern.

Morgen Nachmittag kommt ein Elektriker vorbei und schaut sich den Schlamassel an. Ich bin gespannt was er sagen wird. Das Wasser werden wir hoffentlich auch bald aufdrehen können. Leider muss der Haupthahn (also der Anschluss, der auch das Nachbarhaus versorgt) komplett erneuert werden. Die Leitungen sind leider zu alt und deutlich angerostet. Das einzige Problem ist nur, dass das Wasser für alle Gärten in unserem Abschnitt für diese Zeit abgedreht werden muss. Also muss ein günstiger Zeitpunkt gefunden werden.

Im Moment sitzen wir im Auto mit tollen neuen Gartenmöbeln. Während ich angefangen habe den Blogbeitrag zu schreiben hat eine junge Familie eine Anzeige veröffentlicht und wir haben sofort zugeschlagen. Was für ein verrückter Tag!

Langsam nimmt der Garten Gestalt an und wir sind gespannt was in den nächsten Tagen noch passieren wird! Wir fallen jetzt erschöpft auf unser Sofa und sind zufrieden mit dem was wir in der letzten Woche geschafft haben!

#2 Ein Kompost muss her!

Jeder gute Garten braucht einen funktionierenden Kompost! Ob er funktioniert werden wir wohl erst in ein paar Monaten sehen.

Wenn man sich durch andere Garten-Blogs wühlt macht es fast so den Anschein, als wäre das Kompostieren eine eigene Wissenschaft. Wie wir nun mal so sind kommen wir erst nach der Aktion auf die Idee uns dazu zu belesen.

Eine solide Basis bildet ein selbstgebauter oder gekaufter Komposter (ideal aus Holz). Im Moment haben wir noch keinen. Ich denke das schaffen wir auch ohne! Als erste Schicht wählt man am Besten trockenes und lockeres Material. So kann die Luft im Komposthaufen gut zirkulieren. Dafür eigenen sich idealer Weise Baum- oder Sträucherschnitte. Ein Glück haben wir einen Haufen an zerkleinerten Brombeersträuchern. Danach kann man Gartenabfälle, Rasenschnitt und altes Laub aufschichten. Um das Kompostieren schneller in Gang zu bringen wäre dann eine Schicht schon fertiger Kompost ideal. Wer ein Kompost-Profi werden will, der sollte dieses Schichtprinzip beibehalten. Für alle anderen (also uns) dauert es einfach dann ein bisschen länger.

Unsere Aktion lief also wie folgt ab:

Der Bereich des Gartens, den wir zum Kompost-Platz ernannt haben, musste zu aller erst von sämtlichen Brennnesselwurzeln befreit werden. Einfacher geschrieben als getan. Man glaubt nicht, was diese Pflanzen für starke und robuste Wurzeln entwickeln können. Zu unserem Glück haben wir an der späteren Kompoststelle ein paar tolle eingebuddelte Steinplatten gefunden und gleich ausgegraben. Perfekt für unseren Weg vom noch nicht vorhandenen Gartentor zum Häuschen. Also hat sich die Arbeit gleich doppelt gelohnt. Nachdem der Boden von allen Wurzeln befreit war haben wir ihn begradigt und alle bereits vorhandenen Gartenabfällen darauf abgeladen. Natürlich nicht unbedingt nach dem Profi-Schichtprinzip, aber ich würde sagen wir sind nahe dran.

Nachdem ich mich jetzt schlau gemacht habe werde ich unseren Komposthaufen wohl nochmal überdenken. Das mit den trockenen Ästen als unterste Schicht macht schon sehr Sinn. Und tatsächlich haben wir von altem und trockenem Material noch genug. Das wird auch sicher nicht die letzte Kompost-Aktion gewesen sein!

 

#1 Willkommen

Der erste Tag in unserem Garten. Er war großartig. Das Wetter hat mitgespielt und wir haben all das geschafft, was wir uns vorgenommen hatten.

Nachdem wir den Pachtvertrag endlich in den Händen hielten konnte es auch schon losgehen!

Zu aller erst hat Er den Rasen in Angriff genommen. Um ihn wurde sich wohl seit Jahren nicht mehr gekümmert. Dank den Eltern des Er hatten wir eine Motorsense zur Verfügung. Ohne siewäre es wohl kaum möglich gewesen. Trotzdem hat es den ganzen Tag gedauert, bis auch das letzte Fleckchen Gras gekürzt war. In der Zwischenzeit habe ich mich um das Häuschen und die etlichen Brombeersträucher gekümmert (die einfach überall wuchern). Ruck zuck war der 270l Sack nur mit garstigen pieksigen Ästen voll.

Das Steinhäuschen ist einfach wunderschön. Es steht wohl wirklich schon sehr lange auf diesem Grundstück und wurde komplett gemauert. Es hat tolle, alte und große Holzrahmenfenster mit Sprossen. Mit ein bisschen Arbeit können sie hoffentlich wieder in Schuss gebracht werden. Ich würde sie wirklich ungern wegwerfen müssen. Nachdem ich sämtlichen Müll (von den Vorpächtern) und Dreck aus dem Haus geschafft hatte, sah es auch wirklich schon sehr einladend aus. Natürlich ist es nicht an allen Stellen perfekt, aber das wird sich noch ändern. Die Wand hat durch das Mauerwerk eine tolle Optik und so muss sie nicht wieder neu verputzt werden. Der alte Putz fällt an vielen Stellen fast von selbst ab, also werden wir ihn wohl an den meisten Flächen entfernen.

Eine etwas größere Baustelle ist die Decke und das Dach. An sich eine wirklich simple Konstruktion mit einfachen Brettern, Balken und Dachpappe. Das Dach scheint wohl nicht ganz dicht zu sein (lach), darum muss sich definitiv schnell gekümmert werden. Zum Glück hat der Regen bis jetzt noch keinen verheerenden Schaden angerichtet. Hoffentlich können wir viele der Balken weiterhin verwenden!

Es gibt einige Dinge um die wir uns in näherer Zukunft kümmern müssen. Beispielweise ist die Elektrik vollkommen hinüber. Wir müssen einen neuen Verteilerkasten installieren lassen und haben dann hoffentlich bald im und am Haus Licht (auch wenn das aktuell nicht höchste Priorität hat).

Wir haben außerdem eine neue Wasserzähleruhr in die Hand gedrückt bekommen, mit der Bitte, diese anzuschließen. Leider hatten wir keine Ahnung wie und wo! Zum Glück konnte uns einer unserer Nachbarn weiterhelfen. Der Schacht und Anschluss ist nämlich in seinem Garten!

Eine wahrscheinlich etwas längere Behandlung wird der Rasen brauchen. Er muss zu aller erst von all den Brombeersträucherwurzeln befreit werden, bevor dann nach einigen Tagen nochmal getrimmt werden muss. Das wird wohl eine etwas längere Prozedur!

Natürlich ist das Dach eines der wichtigsten Punkte auf unserer Liste. Wenn wir ein dichtes Dach haben, können wir uns an die Innengestaltung wagen. Und vielleicht bekommt das Häuschen dann auch noch einen neuen Außenanstrich. Außerdem müssen die Fensterläden und die Außentür abgeschliffen und neu gestrichen werden.

Einen genauen Plan, wie wir den Garten anlegen möchten, gibt es noch nicht wirklich! Klar haben wir uns überlegt, was wir alles möchten, aber ich glaube der Garten wird eher spontan entstehen. Je nachdem was wir finden und was für uns bezahlbar (ebay kleinanzeigen ist da ein großer Helfer) ist. Ich hätte auf jeden Fall gerne viele viele Blumen und Büsche die blühen. Eben alles was blühen kann und im Sommer schön aussieht! Außerdem werden wir wohl zwei bis drei Hochbeete anlegen und vielleicht irgendwann unser eigenes Gemüse ernten zu können.

Wir sind sehr begeistert, wie der Garten nach der heutigen Arbeit aussieht. Hoffentlich bleiben wir weiterhin so motiviert und haben Spaß dabei! Wir freuen uns jetzt schon auf unsere Besucher/innen!